Angemerkt Nr. 6 (25.08.2008)

An alle Scheiderhubers, Nordenbrooks und Thieles dieser Welt mit ihren, ach so klugen, Kommentaren:

Es ist keineswegs so, dass der BDM und seine Anhänger mit genialen Ideen neue Strategien entwickelt haben, sondern sie vertreten einfachstes
"Zunftdenken aus dem finstersten Mittelalter".

Heute nennt man es "flexible Mengensteuerung in Erzeugerhand".

Damals haben festgeschriebene Privilegien (,‚Das Zunftrecht") für eine (klitzekleine) Minderheit zu Lasten der Mehrheit für viele Jahrhunderte jeglichen Fortschritt massiv behindert und jegliche Wohlstandsentwicklung für alle verhindert.

Bittere Armut und immer wieder Hungersnöte in Europa waren die Folge. Das Schlimmste aber war die Starrheit und die Lähmung in den Köpfen der Menschen bis hin zur Lethargie und Hoffnungslosigkeit.

Erst die auf dem "Code Civil" oder auch "Code Napoléon" fußenden Reformen des Freiherr vom Stein in Preußen haben uns von dieser Plage befreit.

So etwas darf es nie wieder geben und eine Rückentwicklung in diese Richtung
muss mit allen Mitteln verhindert werden.

Deshalb sind wir für die Marktwirtschaft und für den Wettbewerb. Nur dadurch wird der Fortschritt und eine permanente / stetige Verbesserung der Effizienz vorangebracht.

Eine alte Volksweisheit bringt es auf den Punkt:

"Wer immer nur von anderen etwas fordert,
   will   selber nicht arbeiten."



Angemerkt Nr. 5 (14.08.2008)

Kinder die nicht geboren sind, können keine Kinder bekommen.

Diese Erkenntnis aus der Demographie / Bevölkerungswissenschaft kann direkt auf die Ökonomie übertragen werden. Denn Investitionen die über Jahrzehnte nicht gemacht wurden, können keine Erträge erbringen, aus denen dann wieder die Investitionen für die Zukunft getätigt werden könnten.
Kurz gesagt, wenn es den Berg runter geht, geht es noch länger den Berg runter und nur durch eine enorme Willens- und Kraftanstrengung ist es möglich eine Umkehr zu schaffen.

Die deutsche Milchwirtschaft hat vor allem im genossenschaftlichen Sektor zu wenig in Produkt- und Marktentwicklung investiert. Denn die Fähigkeit bzw. die Unfähigkeit der Genossenschaften geben das Niveau für den Milchauszahlungspreis vor. Die Privaten orientieren sich an den Auszahlungspreisen der Genossenschaften.

Die Mitglieder der Genossenschaften wollten und wollen einen möglichst hohen Milchauszahlungspreis, um Quotenkäufe zu finanzieren.

Verlorenes Geld !

Das muß schnellsten geändert werden. Auch die Milcherzeuger müssen sich den neuen Anforderungen stellen. Nur wenn schnell, sehr viel Geld in Produktentwicklung und in die Entwicklung von Märkten investiert wird, kann sich der Milchauszahlungspreis langsam aber nachhaltig verbessern.

Wer nur fordert, ist faul !



Angemerkt Nr. 4 (06.08.2008)

Bevor Du was unternimmst, kümmere Dich um den Markt.

Diese ururalte und einfache / weise Kaufmannsregel, sollte von den deutschen Milcherzeugern und der deutschen Milchwirtschaft mehr bedacht und gelebt werden.

Denn der Markt ist kein Selbstzweck, er soll und muss den / dem Menschen dienen.

Auch ein Milcherzeuger muß sich als Dienstleister verstehen. Er bietet sich auf dem Markt mit seiner Arbeit und seinem speziellen Wissen bzw. Können an.

Das Produkt das sie herstellen und mit dem Handel gemeinsam anbieten, muss für den Verbraucher einen möglichst hohen Nutzwert haben. Es muss ihm schmecken, seiner Gesundheit dienen und ihm in seiner Aufmachung bzw. gesamten Präsentation ansprechen.

Wenn diese Dinge gegeben sind, kann man in der Regel am Markt auch einen entsprechend auskömmlichen Preis erzielen.

Dies ist der einzige Weg, der in die Zukunft trägt.

Wie es Altkanzler Schröder schon zur Agenda 2000 sagte:

"... Die Bauern müssen lernen vom Markt her zu denken..."



Angemerkt Nr. 3 (05.08.2008)

Nach einer Pressemitteilung vom 2. August 2008 fordert der BDM:

"... Der Bauernverband muss den Vertretungsanspruch Milch abgeben.
Wir wollen jetzt Veränderungen herbei führen..."

Will der BDM damit zum Ausdruck bringen, dass er den Anspruch erhebt, die deutschen Milchviehhalter alleine zu vertreten?

In welchen Dingen und gegen wen will er sie vertreten?

Woher nimmt sich der BDM das Recht dazu?

Soll die Vertretungsmacht etwa durch eine Zwangsmitgliedschaft im BDM bzw. dem Milchboard, durch Gesetz oder durch die hoheitliche Übertragung von Aufgaben geschaffen werden?

Nach (jetzt) geltendem Recht kann ein Verein die Interessen seiner Mitglieder vertreten, mehr nicht. Dabei muß es auch bleiben!

Das Ziel des BDM, über ein irgendwie ausgestaltetes Quotenregime eine für alle Zeiten stabile Machtbasis zu erlangen, ist fehlgeschlagen.

Bei der Mehrheit der Milcherzeuger und in der Milchwirtschaft löst er mit seinen unrealistischen und obskuren / abstrusen Forderungen Zukunftsängste aus.

Romuald Schaber entlarvt sich und den BDM durch sein Reden;
es geht allein um mehr Macht egal wie.



Angemerkt Nr. 2 (28.07.2008)

Wenn die Diskussionen so weitergehen, werden wir wohl bald in Bayern nachfragen müssen, wieviel Milch wir dieses Jahr liefern dürfen!

Wie groß müssen die Existenzängste sein, damit man weiterhin nach solch umfassenden Schutz schreit!

Alle Politiker sind wachgerüttelt und versuchen nun auf diese falsche Ansätze zu reagieren.



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